Krebs

Jedes Jahr gibt es geschätzte 2.400 neue Fälle von Krebs in Luxemburg, wobei die häufigsten Erkrankungen Brust-, Prostata-, Darm- und Hautkrebs sind.


Weltweit ist jeder achte Todesfall durch Krebs verursacht

Die Krankheit ist für mindestens ein Viertel aller Todesfälle im Land verantwortlich und bleibt eine groβe Belastung, sowohl was das persönliche Leiden der Patienten betrifft, als auch die Kosten für das Gesundheitssystem. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass Ärzte, Forscher, Patientenvereinigungen, Politiker und die Öffentlichkeit Hand in Hand arbeiten, um etwas zu verändern.

Ein gewaltiger Schritt in diesem Bestreben ist der nationale Krebsplan, der 2014 vom Gesundheitsministerium vorgestellt wurde. In diesem ambitionierten Plan zur Bekämpfung von Krebs an mehreren Fronten spielt die IBBL eine Schlüsselrolle, da sie die Krebsforschung konsequent fördert. In der Tat, unterstützen wir seit unserer Gründung  einige Programme zur Krebsforschung aktiv, von denen wiederum einige im Rahmen des Personalised Medicine Consortium (PMC) durchgeführt werden.

Personalisierung der Behandlung bei Lungenkrebs

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Unter der Leitung des Onkologen Dr. Guy Berchem (Centre Hospitalier de Luxembourg & LIH) ziehlt das Krebsprogramm, das Aushängeschild des PMC, hauptsächliche darauf ab, Moleküle im Blut- oder Tumorgewebe von Krebspatienten zu entdecken und zu bewerten, um so die Diagnose und Entscheidung über die beste Behandlung zu vereinfachen.

Für die Lungenkrebsstudie wurden bisher schon über 200 Patienten rekrutiert. Die Studie vergleicht die Überlebensdaten von Patienten die mit einer Standardtherapie behandelt wurden mit denen von Patienten die eine gezielte Therapie, basierend auf bestimmten Mutationen, erhielten.

Veröffentlichung erster Ergebnisse

cancer-publishingEinige der Krebsstudien des Programms haben schon wichtige Ergebnisse erbracht, wie die Studie über Darmkrebs, die von Prof. Serge Haan der Universität Luxemburg geleitet wird und die ebenfalls von der Fondation Cancer finanziert wurde. Die Forscher dieses Projekts veröffentlichten ihre ersten Ergebnisse im Sommer 2014 in einer angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschrift, nachdem sie 2 neue Moleküle entdeckt hatten, welche potenziell für die Früherkennung von kolorektalem Krebs geeignet sind. Es ist erwähnenswert, dass Darmkrebs in 9 von 10 Fällen geheilt werden kann, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Das Projekt hat seither zu zwei weiteren Publikationen geführt und das Team sucht weiterhin nach starken Marker, die dazu beitragen könnten, die Zahl der Krebsfälle zu reduzieren.

Die Forscher benötigten die Unterstützung vieler Krebspatienten: bisher spendeten insgesamt 112 Patienten freiwillig eine Probe ihres Tumors für dieses Projekt. Diese Tumorproben wurden von Chirurgen in Luxemburger Krankenhäusern gesammelt und dann unmittelbar zur Biobank gebracht, wo unsere Pathologen die Gewebe bearbeiteten. Wir koordinierten alle Schritte von der Sammlung, über die Verarbeitung, bis zur Qualitätskontrolle dieser biologischen Proben und der damit verbundenen medizinischen Daten.

Diese Sammlung aus der luxemburgischen Bevölkerung wird auch dazu beitragen, dass die Forscher drei neue Pilotstudien durchführen können, die vom “Fonds National de la Recherche” und dem PMC finanziert werden.

Stärkung des nationalen Kampfes gegen Krebs

Der Umfang der Sammlung wird voraussichtlich auf alle Krebsarten ausgeweitet werden. Diese Initiative, die innerhalb von National Plan Cancer [Link zu plancancer.lu] organisiert wird, setzt auf eine gemeinsame Anstrengung zwischen aller an der Krebsforschung beteiligten Akteure in Luxemburg: Die Krankenhäuser, das “Laboratoire National de Santé” und die Biobank. In Zukunft wird jeder Krebspatient, der in Luxemburg Gesundheitsversorgung erhält, die Möglichkeit haben, an der Krebsforschung teilzunehmen und sie zu fördern, indem er eine Probe von Tumorgeweben spendet. Die Sammlung wird zweifellos ein großer Vorteil für den nationalen Kampf gegen Krebs darstellen.

Mitmachen!

Krebspatienten, welche gerne helfen würden die Forschung voranzutreiben, können ihren Onkologen fragen, ob es Forschungsprojekte gibt, an denen sie teilnehmen könnten. Die IBBL führt zurzeit mehrere Krebs-Foschungsprojekte in Zusammenarbeit mit Luxemburger Onkologen durch. Viele dieser Studien beziehen sich auf eine bestimmte Krebsart. Im nationalen Krebsplan ist vorgesehen, dass früher oder später Proben aller in Luxemburg operierten Tumore zu Forschungszwecken in der Biobank gelagert werden, wenn der Krebspatient hierfür seine Einwilligung gegeben hat.