Diabetes

Die Verbreitung von Diabetes hat über die letzten 10 Jahre exponentiell zugenommen und die Krankheit wird schnell zu einem globalen Problem. Derzeitigen Schätzungen zufolge leiden 4.5 % der Bevölkerung Luxemburgs im Alter von 20 bis 79 Jahren an Diabetes.

icone-diabetesWeltweit hat einer von 12 Erwachsenen Diabetes

Leider wird diese Zahl wohl noch weiter steigen. In der Tat sagen internationale Diabetes-Experten vorher, dass, ohne eine radikale Änderung, in 20 Jahren 592 Millionen Menschen mit Diabetes leben werden. Dies entspricht 10 % der globalen Bevölkerung. Diabetes stellt eine tägliche Last für die Patienten dar, die ihre Diät gewissenhaft beachten, ihren Blutzuckerspiegel überwachen und sich Insulin spritzen müssen. Die Krankheit kann auch zu ernsten Komplikationen an den Augen, dem Herz, den Nieren und den Füßen führen und ist für schätzungsweises 11 % der Todesfälle in Europa verantwortlich. Außerdem bedeutet die ansteigende Anzahl von Patienten, dass Diabetes eine zunehmende Last für die Gesundheitssysteme wird. In Deutschland werden beispielsweise ungefähr 10 % aller Kosten des Gesundheitswesens für die Behandlung und Pflege von Diabetes-Patienten ausgegeben.

Ursachenforschung

Es gibt drei verschiedene Formen von Diabetes:

  1. Diabetes Typ I, wobei die Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert;
  2. Diabetes Typ II, wobei die Zellen des Patienten nicht mehr richtig auf Insulin reagieren;
  3. Schwangerschaftsdiabetes.

Während gewusst ist, dass sowohl genetische Prädispositionen als auch Umweltfaktoren wichtige Rollen bei der Entwicklung von Diabetes spielen, sind viele der exakten Mechanismen, die der Entwicklung von Diabetes zu Grunde liegen, immer noch unbekannt. Um das Wissen über Diabetes zu verbessern und neue therapeutische und diagnostische Mittel zu finden, unterstützen wir derzeit mehrere Diabetes-Projekte.

Untersuchung der Rolle von Bakterien

Im Jahr 2016 erzielte eines der ersten von der PMC initiierten Projekte einen bedeutenden Durchbruch in der Diabetesforschung. Für diese Studie wurden 60 Spender, mit einer Familiengeschichte von Typ 1 Diabetes, mit Hilfe von Dr. de Beaufort (CHL / LCSB) und dem “Clinical and Epidemiological Investigation Center” [Klinische und Epidemiologisches Untersuchungszentrum] am LIH rekrutiert. Durch die Analyse der von der Biobank gesammelten und verarbeiteten Stuhlproben entdeckten Forscher aus dem LCSB deutliche Unterschiede in der Bakterienfunktion im Darm von Menschen mit und ohne Diabetes.

Eine zweite Langzeitprojekt ist im Gange. Durch die Dokumentation der Entwicklung und Evolution von Bakterien von der Geburt an versuchen Wissenschaftler, herauszufinden, wie die bakteriellen Populationen in Babys den Beginn des Diabetes später im Leben beeinflussen könnte. Für diese Studie werden Stuhlproben von gesunden Neugeborenen und Neugeborenen, die aufgrund bekannter Risikofaktoren wie niedriges Geburtsgewicht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Diabetes als Erwachsene aufweisen, von der Biobank gesammelt und verarbeitet, bevor sie die Labors der Forscher erreichen.

Identifikation von neuen therapeutischen Zielen

Für eine anderes Projekt mit der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg (Deutschland) und dem LCSB sammeln, bearbeiten und lagern wir Fettgewebe und weiße Blutkörpercher von Patienten, die multiple Risikofaktoren für Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Diabetes aufweisen. Diese Studie soll zeigen welchen Einfluss Gewichtsverlust durch Veränderung des Lebensstils auf eine bestimmte Art von Molekülen in den Zellen, sogenannte MicroRNAs, hat, um somit neue therapeutische Ziele zu ermitteln.

Mitmachen!

Derzeit rekrutieren wir keine Teilnehmer für unsere Diabetesprojekte. Wenn Sie über die Teilnahme an zukünftigen Diabetesprojekten informiert werden wollen, abonnieren Sie einfach unseren Newsletter.